Brutto- oder Nettomethode

Nettomethode

Bei der Nettomethode wird die Umsatzsteuer wie ein durchlaufender Posten behandelt, sie bleibt sowohl auf der Einnahmenseite als auch auf der Ausgabenseite außer Ansatz. Eine Umsatzsteuerzahllast stellt bei der Nettomethode keine Betriebsausgabe dar, ein Überschuss ist keine Betriebseinnahme.

Achtung: Die Nettomethode darf nur von jenen Steuerpflichtigen gewählt werden, bei denen die Umsatzsteuer grundsätzlich Durchlaufcharakter haben kann. Das sind Steuerpflichtige, die nicht unecht befreite Umsätze im Sinne des Umsatzsteuergesetzes 1994 tätigen, weil bei der unechten Steuerbefreiung ein Recht auf Vorsteuerabzug nicht zusteht. Das betrifft unter anderem Geld‑ und Bankumsätzen (z.B. Kreditgewährung), Grundstücksverkäufe, Leistungen von Versicherungsvertretern, ärztliche Leistungen und die Umsätze von Kleinunternehmern.

Bruttomethode

Bei der Bruttomethode werden die Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben brutto (inklusive Umsatzsteuer) angesetzt.

Die Umsatzsteuerzahllast stellt – ausgenommen Kleinunternehmer – bei der Bruttomethode eine Betriebsausgabe dar, ein Überschuss ist als Betriebseinnahme zu erfassen.

Hinweis zu Anlagen:

Umsatzsteuer, die für abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in Rechnung gestellt wird, wird bei der Bruttomethode im Zeitpunkt der Bezahlung als Betriebsausgabe abgesetzt.

Sind Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt, gehört die Umsatzsteuer nicht zu den Anschaffungs-/Herstellungskosten und der Berechnung der AfA werden die Nettoanschaffungskosten zugrundegelegt. Daher ist der Nettobetrag ins Anlageverzeichnis aufzunehmen.

Wenn Sie nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, gehört die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer zu den Anschaffungs‑/Herstellungskosten des Wirtschaftsgutes. Daher ist im Anlagenverzeichnis der Bruttobetrag anzusetzen.

Siehe dazu auch § 6 Z 11 EstG 1988.

Brutto- oder Nettomethode?

Sie können sich zwischen Netto- oder Bruttomethode entscheiden, d.h. die Betriebseinnahmen und -ausgaben wahlweise einschließlich Umsatzsteuer (Bruttomethode) oder ohne Umsatzsteuer (Nettomethode) buchen. Eine Bindung der gewählten Verrechnung an einen bestimmten (Mindest-)Zeitraum besteht nicht. Sie können daher für jedes Finanzjahr entscheiden, ob Sie die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung nach der Brutto- oder nach der Nettomethode führen wollen. Da RZ 760 EStR 2000 einen Wechsel während des laufenden Wirtschaftsjahres ausschließt, muss die Festlegung bis zur ersten Umsatzsteuer-Voranmeldung erfolgen. Siehe dazu auch die Ausführungen im Thema Finanzjahr bearbeiten.

Siehe auch: