Absetzung für Abnutzung (AfA)

Abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die im Betrieb länger als ein Jahr Verwendung finden, können nicht im Zeitpunkt der Bezahlung zur Gänze als Betriebsausgaben abgesetzt werden, sondern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind gleichmäßig auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zu verteilen. Die so errechnete Absetzung für Abnutzung (AfA) stellt die mit dem Wirtschaftsgut verbundene jährliche Betriebsausgabe dar.

Abnutzbar sind solche Wirtschaftsgüter, die durch Gebrauch im Betrieb einer Abnutzung unterliegen (z.B. Gebäude, Maschinen, Geschäftseinrichtung, Fahrzeuge). Die eingetretene Abnutzung kann entweder technischer (z.B. Verschleiß einer Maschine) oder wirtschaftlicher Natur sein (z.B. Kosten des Internetauftrittes).

Davon zu unterscheiden sind nicht abnutzbare Anlagegüter. Das sind Wirtschaftsgüter, die keiner Abnutzung durch Gebrauch unterliegen, wie z.B. beim Grundstücke (nur Grund und Boden), Kunstwerke (wie Gemälde oder Skulpturen), Antiquitäten und wertvolle Teppiche, die nicht am Fußboden aufliegen.

Bei der Gewinnermittlung durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung muss ein Anlagenverzeichnis (Anlagekartei) geführt werden, in das die abnutzbaren Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens aufzunehmen sind. Wird ein solches Anlagenverzeichnis nicht geführt, geht das Recht auf Geltendmachung der AfA zwar nicht verloren, das Nichtführen stellt jedoch eine Verletzung von Aufzeichnungspflichten dar (Finanzordnungswidrigkeit nach § 51 FinStrG).

Anschaffungs- und Herstellungskosten – Bemessungsgrundlage

Anschaffungskosten sind Ausgaben, die für den Erwerb eines Wirtschaftsgutes aufgewendet werden. Dazu zählen auch Nebenkosten, wie z.B. Transportkosten, Zölle, Vermittlungsprovisionen, Anwalts- und Notarhonorare, Grunderwerbsteuer, Montage-, Installierungs- und Fundamentierungskosten. Solche Aufwendungen müssen zum Einkaufspreis dazugerechnet werden.

Herstellungskosten sind jene Kosten, die angefallen, wenn eine Anlage im Betrieb selbst hergestellt wird. Dazu zählen insbesondere:

  • Fertigungsmaterial
  • Materialgemeinkosten
  • Fertigungslöhne
  • Lohngemeinkosten
  • Sonderkosten der Fertigung

Nutzungsdauer

Nachdem die Bemessungsgrundlage richtig ermittelt wurde, sind deren Kosten gleichmäßig auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt abzusetzen.

Unter der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ist die Anzahl von Jahren zu verstehen, in der eine Anlage im Betrieb voraussichtlich genutzt werden kann. Von den in § 8 EStG 1988 normierten Sonderregelungen abgesehen, muss sie für den Einzelfall unter Berücksichtigung technischer und wirtschaftlicher Gesichtspunkte bestimmt werden. Wenn keine diesbezüglichen Erfahrungswerte vorliegen, ist sie durch Schätzung zu ermitteln.

Gesetzlich geregelt ist die Nutzungsdauer u.a. in folgenden Fällen:

Anlagevermögen Nutzungsdauer AfA-Satz
Betriebsgebäude 40 Jahre 2,5%
Wohngebäude 66,6 Jahre 1,5%
Angeschaffter Firmenwert bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben und bei Gewerbebetrieben 15 Jahre 6,67%
PKW und Kombinationskraftwagen 8 Jahre 12,5%

In jedem Jahr der Nutzung darf nur ein gleich bleibender Abschreibungsbetrag geltend gemacht werden (lineare AfA). Siehe dazu den Beitrag Berechnung der AfA.

Hinweis: Da § 7 EStG 1988 nur bei Wirtschaftsgütern, deren Verwendung oder Nutzung sich erfahrungsgemäß auf einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt (abnutzbares Anlagevermögen), die gleichmäßige Verteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorsieht und solche Anlagegüter bei der Gewinnermittlung durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung in ein Verzeichnis (Anlagekartei) der im Betrieb verwendeten Wirtschaftsgüter des abnutzbaren Anlagevermögens aufgenommen werden müssen, können im Anlagenverzeichnis nur Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einer Nutzungsdauer von mindestens zwei Jahren eingetragen werden.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von nicht mehr als € 400,- (netto mit bzw. brutto ohne Vorsteuerabzugsberechtigung) und einer Nutzungsdauer von einem Jahr sind nicht im Anlagenverzeichnis zu erfassen, sondern bei der Erfassung des Ausgaben-Belegs der Kategorie „Geringwertige Wirtschaftsgüter (7020)“ zuzuordnen.

Weitere Informationen zu geringwertigen Wirtschaftsgütern finden Sie hier.

Inbetriebnahme, Halbjahres-AfA

Für den Beginn der AfA ist nicht der Anschaffungs- oder Herstellungszeitpunkt, sondern im Normalfall der Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Wirtschaftsgutes entscheidend. Erfolgte die Inbetriebnahme (Nutzungsbeginn) der Anlage im ersten Halbjahr, ist der volle AfA-Betrag zu berücksichtigen, bei Inbetriebnahme (Nutzungsbeginn) im zweiten Halbjahr der halbe AfA-Betrag.

Die Halbjahres-AfA findet auch Anwendung, wenn ein Wirtschaftsgut im betreffenden Jahr nicht mehr als sechs Monate vom Unternehmen genutzt wird. Daher ist auch beim Ausscheiden einer Anlage nach dem gleichen Prinzip vorzugehen: Scheidet das Wirtschaftsgut im ersten Halbjahr aus dem Betriebsvermögen aus, steht nur die Halbjahres-AfA, bei Ausscheiden im zweiten Halbjahr die Ganzjahres-AfA zu.

Achtung: Hier wird vom sonst bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung entscheidenden Kriterium des Zahlungszeitpunkts abgewichen.

Nachholverbot

Achten Sie darauf, dass die Eintragungen im Anlagenverzeichnis rechtzeitig und richtig vorgenommen werden. Nur so kann die AfA-Berechnung korrekt erfolgen und die Absetzung für Abnutzung in richtiger Höhe angesetzt werden.

Achtung: Vergessene Abschreibungen dürfen in späteren Jahren nicht nachgeholt werden!

Siehe auch: